Zitate

Fotoausschnitt Buber mit Notizbuch

Hier haben wir wichtige und spannende Texte Bubers versammelt und geben einen kleinen Einblick in die verschiedenen Bereiche seiner Arbeit. Bisher finden Sie hier Worte aus Die Schrift, Die Erzählungen der Chassidim, weitere Textauszüge aus dem Gesamtwerk und einige Stimmen aus Briefwechseln. Die Sammlung wird noch ein wenig erweitert, allerdings kann dies nur einen kleinen Einblick in das Werk Bubers gewähren und wir bitten um Verständnis, wenn der eine oder andere bekannte oder besonders schöne Text vielleicht nicht oder auch noch nicht enthalten ist.

Dekalog (Die zehn Gebote)

ICH bin dein Gott, der ich dich führte aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Dienstbarkeit. Nicht sei dir andere Gottheit mir ins Angesicht. Nicht mache dir Schnitzgebild, - und alle Gestalt, die im Himmel oben, die auf Erden unten, die im Wasser unter der Erde ist, neige dich ihnen nicht, diene ihnen nicht, denn ICH dein Gott bin ein eifernder Gottherr, zuordnend

Bei den Sündern

Der Baalschem sprach: »Ich lasse die Sünder mir nahe kommen, wenn sie nicht hochmütig sind; ich halte mir die Lehrkundigen und Sündenfreien fern, wenn sie hochmütig sind. Denn der Sünder, der weiß, daß er es ist, und sich daher in seinem Sinn niedrig hält, Gott ist bei ihm, der ja ›mit ihnen inmitten ihrer Unreinheiten wohnt‹. Wer sich aber etwas darauf zugute tut, daß er keine Sündenlast

Vielleicht

Einer der Aufklärer, ein sehr gelehrter Mann, der vom Berditschewer gehört hatte, suchte ihn auf, um auch mit ihm, wie er’s gewohnt war, zu disputieren und seine rückständigen Beweisgründe für die Wahrheit seines Glaubens zuschanden zu machen. Als er die Stube des Zaddiks betrat, sah er ihn mit einem Buch in der Hand in begeistertem Nachdenken auf und nieder gehen. Des Ankömmlings achtete

Gedenken und Vergessen

Am Tag des Neuen Jahrs sprach Rabbi Jehuda Zwi von Rozdol: »Wir haben heute gebetet: ›Alles Vergeßnen gedenkst du von Ewigkeit her.‹ Was haben wir damit gesagt? Gott will nur dessen gedenken, was der Mensch vergißt. Wenn einer das Gute tut und das Getane nicht im Sinn hält, sondern nichts vollbracht zu haben weiß, seines Dienstes ist Gott eingedenk. Redet aber einer zu seinem erhobenen Herzen:

Fürchte dich nicht

Du aber, Jiſsrael, mein Knecht, Jaakob, den ich wählte, Same Abrahams, meines Liebenden! du, den ich erfaßte von den Rändern der Erde her, von ihren Achseln her habe dich ich gerufen, ich sprach zu dir: Mein Knecht bist du! Gewählt habe ich dich einst und habe dich nie verworfen, – fürchte dich nimmer, denn ich bin bei dir, starre nimmer umher, denn ich

Die Toten werden leben

Über mir war SEINE Hand, im Geistbraus entführte mich ER, hieß mich nieder inmitten der Ebne, die war voller Gebeine. Er trieb mich ring, rings an ihnen vorbei, da, ihrer waren sehr viele hin über die Fläche der Ebne, und da, sehr verdorrt waren sie. Er aber sprach zu mir: Menschensohn, werden diese Gebeine leben? Ich sprach: Mein Herr, DU, du selber weißt. Er aber

Der Krug

Der Baalschem sprach einmal zu seinen Schülern: »Wie im Blatt die Kraft der Wurzel, so ist in jedem Gerät die Kraft des Menschen, der es gemacht hat, und dessen Beschaffenheit und Gebaren sind daraus zu erkennen.« Da fiel sein Blick auf einen schönen Bierkrug, der vor ihm stand; er deutete darauf und sprach weiter: »Ist es diesem Krug nicht anzusehn, daß ihn ein Mann ohne Füße gemacht hat?« Als

Das Sabbatgefühl

Rabbi Elimelech und Rabbi Sussja verspürten beide, Woche um Woche, vom Kommen des Sabbats an bis zu seinem Gehn, vornehmlich aber wenn sie inmitten der Chassidim beim Sabbatmahl saßen und Worte der Lehre sprachen, ein großes Gefühl der Heiligkeit. Als sie einst beisammen waren, sprach Rabbi Elimelech zu Rabbi Sussja: »Bruder, mich wandelt zuweilen die Furcht an, mein Gefühl der Heiligkeit am

Elternehrung

Einst lernte der Jehudi mit seinen Schülern in der Gemara. Eine Stelle machte ihn nachdenklich; schweigend vertiefte er sich in ihre Betrachtung. Unter den Schülern war ein Knabe, dessen Vater bald nach seiner Geburt gestorben war. Da er wußte, daß solche Unterbrechungen bei seinem Lehrer eine gute Weile währten, ging er eilig heim, um indessen seinen heftigen Hunger zu stillen. Als er schon auf

Im Anfang

Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.   Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal. Finsternis über Urwirbels Antlitz. Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser.   Gott sprach: Licht werde! Licht ward. Gott sah das Licht: daß es gut ist. Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis. Gott rief dem Licht: Tag! und der Finsternis rief er: Nacht! Abend